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Kosovo verhaftet mutmaßlichen serbischen Spion – Spannungen im Westbalkan

Pristina. In Kosovo wurde Fehim Sali, ein Doppelstaatsbürger von Kosovo und Serbien, verhaftet, da er verdächtigt wird, für den serbischen Geheimdienst BIA spioniert zu haben. Ein Gericht in Pristina ordnete am Freitag eine 30-tägige Untersuchungshaft für Sali an. Er wurde am Donnerstag am Merdare-Grenzübergang bei der Einreise aus Serbien festgenommen. Laut Anklage soll Sali Informationen über kosovarische Beamte, Politiker und islamistische Radikale an die BIA weitergegeben und dafür Geld erhalten haben.

Der Fall Sali kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen Serbien und Kosovo hoch sind. Sali wird vorgeworfen, mit vier verschiedenen Mobiltelefonen Kontakt zu BIA-Offizieren gehalten zu haben, die bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurden, ebenso wie rund 40.000 Euro in bar. Diese Aktivitäten sollen gegen die Interessen des kosovarischen Staates verstoßen und dessen verfassungsmäßige Ordnung sowie nationale Sicherheit gefährdet haben.

Laut der Anklageschrift arbeitete Sali als angeworbener Agent für die BIA und handelte auf Anweisung eines hochrangigen BIA-Offiziers namens Zelimir Matovic, auch bekannt als Zeljko. Er soll Informationen über die politische Lage in Kosovo geliefert und geholfen haben, Beamte der kosovarischen Geheimdienstagentur AKI zu identifizieren. Zudem wird ihm vorgeworfen, Informationen über Mitglieder der radikalen islamistischen Wahhabi-Bewegung und andere potenzielle Rekruten an die BIA weitergegeben zu haben.

Die Verhaftung von Sali könnte Auswirkungen auf die unter der Schirmherrschaft der EU stattfindenden Verhandlungen zwischen Kosovo und Serbien haben. Diese Gespräche zielen darauf ab, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu normalisieren, doch Zwischenfälle wie dieser erschweren den Fortschritt. Die serbische Regierung hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, während die internationale Gemeinschaft die Situation genau beobachtet.

Der Fall erinnert an eine ähnliche Verurteilung im Juni, als das Grundgericht in Pristina einen Kosovo-Albaner, Hysri Selimi, zu sechs Jahren Haft verurteilte. Selimi, ein ehemaliges Mitglied des Islamischen Staates, wurde der Spionage für die BIA schuldig gesprochen. Diese Entwicklungen werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen und die Herausforderungen für die kosovarische Regierung im Umgang mit Bedrohungen der nationalen Sicherheit.

Quellen: Balkan Insight
Photo: Pester Lloyd (Grafik)

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