(c) Pester Lloyd / 47 – 2010 POLITIK 22.11.2010
Die Stiftung Öffentliche Medien, ein von der Regierungsmehrheit besetztes Gremium zur Beaufsichtigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Ungarn, hat Ende vergangener Woche die neuen Chefs der Medienanstalten benannt. Csaba Belenessy, seit 2008 Vize- wird nun zum Generaldirektor der Nachrichtenagentur MTI. Von 2004 bis 2005 war er bereits stellvertretender Direktor von Duna TV und zuvor Gründer und Chefredakteur des privaten Rundfunkkanals Lánchíd Rádió, das der rechten Landeshälfte zuzuordnen ist. Mit Balazs Medveczky wird dem ungarischen Staatsfernsehen ein 41jähriger recht geschmeidiger „Technokrat“ vorstehen, der sowohl unter konservativen wie sozialdemokratischen Regierungen Karriere machen konnte und sein gesamtes Berufsleben bei den beiden Hauptkanälen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verbracht hat. István Jónas übernimmt das Magyar Rádíó, für das er schon seit 1982 arbeitet. Er war leitender Mitarbeiter beim Lánchíd Radio von Belenessy. Szilveszter Okovács, ein ehemaliger Opernsänger und Musiklehrer, übernimmt die Leitung von Duna TV, einer Art Kulturkanal. Er war vorher Redakteur und Programmmacher von Hír TV, einem Nachrichtenkanal, der ebenfalls der Rechten nahesteht.
Mehr zur neuen Regierungsaufsicht über
die öffentlich-rechtlichen Medien und zum Mediengesetz insgesamt:
Pressediktat – Nov. 2010 Schafft Ungarn die Pressefreiheit ab? (Schafft Ungarn die Pressefreiheit ab?)
Neu geschaffener Medienrat unter Regierungskontrolle – Okt 2010
Zerlegung der Beute – Sept. 2010
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